Wirtschaftssimulations-Spiele: Deutsche Gamer lieben schwere Lkws und Traktoren

Deutsche Gamer lieben im Grunde dieselben Spiele wie andere Gamer auch. FIFA 18, Rocket League, League of Legends, Dota, Hearthstone und viele andere nehmen genauso ihre PC-Bildschirme und Mobilgeräte ein, wie es bei anderen Gamern auch der Fall ist. Doch eine Eigenart haben deutsche Gamer doch: Sie lieben Wirtschaftssimulations-Spiele. 

Traktoren und schwere Lkws

Mit Wirtschaftssimulations-Spiele ist ein Simulationsspiel gemeint, bei dem wirtschaftliche Aufgaben auf einfacher Ebene bewältigt werden müssen, also gearbeitet werden muss. Das berühmteste Beispiel eines solchen Spiels ist wohl die Spielreihe Landwirtschafts-Simulator des Züricher Entwicklers Giants Software. Es genoss einen riesigen Erfolg weltweit und wurde zum Spiel Nr.1 unter deutschen Gamern im Jahr 2012. Die Reihe besteht aus bisher 10 Spielen, so erfolgreich ist sie. Landwirtschafts-Simulator 2013 wurde mehr als zwei Millionen Mal verkauft. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in der Schweiz sind die Spiele ein riesiger Erfolg. In England und Frankreich gibt es auch viele Fans von den Spielen.

Im Landwirtschaftssimulator geht es um Traktoren. Die Nische umfasst aber noch viele andere schwere Fahrzeuge. Pavel Sebor, der Besitzer des tschechischen Entwicklerstudios SCS Software, erklärt, das seine kleine Gruppe an Hardcore-Fans das Studio am Leben erhalten. Diese sind vor allem Männer ab 35 Jahren. SCS ist eines der größten Studios, die Lkw-Simulationsspiele entwickeln. Von ihnen stammen Spiele wie Euro Truck Simulator 2, Scania Truck Driving Simulator und German Truck Simulator. Letzteres zeigt die Bedeutung deutscher Gamer für das Unternehmen. Pavel Sebor beschreibt seine Zielgruppe als “Leute, die entweder professionelle oder emotionale Verbindungen zum Lkw-Fahren oder der Transportbranche haben”.

Neben Lkw- und Landwirtschafts-Simulationsspielen gibt es auch U-Boot-Simulatoren und vieles mehr.

Wirtschaftssimulations-Spiele auf Mobilgeräten erreichen die breite Masse

Auch auf Mobilgeräten haben sich die sogenannten Work-Sims durchgesetzt. Hier haben sie es auch geschafft, eine breite Zielgruppe anzusprechen. Das Browserspiel FarmVille von Zynga, das auf Facebook sehr beliebt war, ist ein Beispiel. Hier geht es zwar nicht direkt um schwere Lastfahrzeuge, aber um Landwirtschaftsarbeit. Das Spiel war so erfolgreich, dass es schon in nur etwas mehr als einem Monat nach der Veröffentlichung rund 35 Millionen Nutzer pro Monat zählte. Das war Anfang September 2009. Ende Februar 2010 spielten bereits mehr als 80 Millionen, ergab eine Untersuchung von Appdata. Menschen das Spiel, von denen sich nicht alle unbedingt als Gamer oder regelmäßige bezeichnen würden. Das Spiel hatte es also geschafft, die breite Masse zu erreichen. Zwar sank die Popularität nach und nach wieder – Anfang Juni 2010 gab es, laut Inside Social Games, etwa 70 Millionen aktive Spieler – aber der Wirkung des Spiels war nicht zu leugnen. Im August 2011 spielten noch etwa 34 Millionen Spieler und im Januar 2014 dann noch etwa 24,5 Millionen Menschen. Andere Spiele, die von Simulationsspielen beeinflusst worden sind, sind ebenfalls sehr beliebt. Sims Mobile ist ein Spiel von EA, bei dem der Spieler u. a. in die Rolle eines oder einer Barista schlüpft. Hier können Spieler das Haus ihrer Träume bauen – von einer Villa in Beverly Hills bis hin zu einem Apartment in London. Auf der Online-Casino-Website von Betway ist Castle Builder II eines der beliebtesten Spiele. Im Grunde haben all diese Spiele eines gemein: Man kann sich in eine Rolle hineinversetzen, ohne sie in der realen Welt ausleben zu müssen. So können Träume in Erfüllung gehen – vom Fahren eines Lkws oder eines Traktors bis hin zum Bauen eines Schlosses oder einer Traumvilla. Hier ist alles möglich. Und diese Träume sind etwas, die in allen Kulturen zu finden sind. Neben dem German Truck Simulator gibt es inzwischen auch den UK Truck Simulator und den schon erwähnten Euro Truck Simulator.

Deutsche Spieler lieben solche Spiele ganz besonders

Trotzdem fühlen sich vor allem Gamer aus Deutschland und der Schweiz zu den Spielen hingezogen. Bei German Truck Simulator können Spieler die Route zwischen 18 Städten in Deutschland befahren und es ist durch eine Erweiterung des Spiels auch möglich, vier Städte in Österreich anzufahren. Dabei liefern sie Waren und holen sie auch ab. Es gibt auch die Möglichkeit, im Laufe des Spiels einen eigenen Lkw zu kaufen, was einen Einblick in das Leben eines unabhängigen Fahrers bietet, natürlich ohne sich dafür tatsächlich selbstständig zu machen. Das Risiko und die tatsächliche harte Arbeit, die vielen Stunden, die auf der Straße verbracht werden, werden also spielerisch erlebt. Als unabhängige Fahrer haben Spieler die Möglichkeit, die Waren, die sie liefern und die Orte, die sie anfahren, auszuwählen.

Was all dies zeigt, ist das Interesse, das an Arbeit wie dieser selbst bei Menschen, die diese Berufe nicht ausüben, besteht. Wie wird eine Farm bewirtschaftet? Was sieht das Leben eines Bauern aus? Das fragen sich vielleicht viele Menschen, die sich beruflich für einen anderen Weg entschieden haben. Es besteht etwas Befreiendes an all diesen Berufen. Fährt man auf der Straße von Ort zu Ort, alleine in Gedanken versunken oder arbeitet man in der freien Natur auf dem Bauernhof mit Tieren und auf offenen Feldern, sitzt man nicht im Büro, wie es so viele Menschen tun. Schmecken die Kirschen in Nachbars Garten immer süßer? Wirtschaftssimulations-Spiele geben Gamern die Möglichkeit, von einem anspruchsvollen Beruf zu träumen, ohne ihn selber auszuüben.

Bildquelle: Titelbild- Screen auf der Xbox one, Bilder im Artikel- Instagram

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