Immunsystem des Gehirns stärken

Zum morgigen Welt-Alzheimer-Tag weist die Medizinische Gesellschaft für Mikroimmuntherapie (MeGeMIT) auf die zunehmende Bedeutung der Alzheimer-Prävention hin. Was viele nicht wissen – das Gehirn besitzt ein eigenes Immunsystem, das bei Alzheimer-Patienten überreagiert.

Die Mikroimmuntherapie kann das Hirn-Immunsystem wieder ins Gleichgewicht bringen.

Zu den Hauptrisikofaktoren von Alzheimer-Demenz zählt das Alter. Bedingt durch den demografischen Wandel und die damit steigende Lebenserwartung werden bis 2030 etwa 2,5 Millionen Menschen von dieser Erkrankung betroffen sein. Neuere Forschungen zeigen insbesondere bei Entzündungsprozessen  im Gehirn den Zusammenhang zwischen Alzheimer und dem Immunsystem auf.

Im Gehirn gibt es bestimmte Fresszellen, sogenannte Mikroglia, die normalerweise nicht nur Krankheitserreger vernichten, sondern auch Zellmüll beseitigen. „Bei Alzheimer-Patienten sind diese Fresszellen allerdings überaktiv und schütten Zytokine aus. Diese Immunbotenstoffe rufen im Nervengewebe eine Entzündungsreaktion, eine Neuroinflammation, hervor“, sagt Dr. Andrea Stecher-Schilling, Mitglied der Medizinischen Gesellschaft für Mikroimmuntherapie. Auf Dauer können die Mikroglia die Eiweiße nicht schnell genug entfernen, so dass sich immer mehr Proteine im Gehirn ansammeln. Diese sogenannten Plaques stellen ein typisches Zeichen der Erkrankung dar. „Die Mikroimmuntherapie unterstützt das Immunsystem bei der Beseitigung von Zellmüll, der Alzheimer mitverursacht, indem die Entzündungsprozesse gezielt reguliert werden“, erklärt Dr. Stecher-Schilling. Dabei kommen unter anderem Immunbotenstoffe  zum Einsatz, die Störungen und Fehlleitungen des Immunsystems ausgleichen.

Alzheimer-Prävention

Laut Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) erkranken allein in Deutschland jährlich 200.000 Menschen an einer Demenz, Tendenz steigend. Bisher sind Demenzerkrankungen, zu denen auch die Alzheimer-Demenz zählt, nicht heilbar. Zwei Drittel aller Erkrankungen entfallen auf Alzheimer. „Zur Verzögerung oder sogar Verhinderung einer Alzheimer-Demenz ist eine frühzeitige Kontrolle der Risikofaktoren wie Cholesterin, Bluthochdruck oder Diabetes dringend notwendig“, erklärt Dr. Stecher Schilling. Zusätzlich dient als Alzheimer-Prävention eine gesunde Lebensweise, die ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung beinhaltet. „So wie man das Immunsystem bei Erkältungen stärken kann, lässt sich auch das Immunsystem des Gehirns mithilfe der Mikroimmuntherapie gegen Alzheimer wappnen“, ergänzt Dr. Stecher-Schilling.

10 Warnsymptome der Alzheimer-Demenz

Bei Demenzkranken nimmt nicht nur das Erinnerungsvermögen ab, sondern auch die Fähigkeit, klar zu denken und Zusammenhänge zu erfassen. Häufig ändert sich das Verhalten grundlegend. Treten einige der nachfolgenden Warnsymptome auf, sollte der Betroffene von einem Arzt untersucht werden.
Vergesslichkeit mit Auswirkung auf die Arbeit und das tägliche Leben: Die meisten Menschen vergessen ab und an Namen oder Termine. Häufen sich diese Vorfälle und treten außerdem unerklärliche Verwirrtheitszustände auf, kann das ein Zeichen für eine Verminderung der Gedächtnisleistung sein.
Schwierigkeiten mit gewohnten Handlungen: Menschen, die viel zu tun haben, sind manchmal zerstreut und vergessen z.B. den Topf auf dem Herd. Menschen mit Demenz vergessen evtl. aber nicht nur den Topf auf dem Herd, sondern auch, dass sie gekocht haben.
Sprachprobleme: Die meisten Menschen haben manchmal Schwierigkeiten damit, die richtigen Worte zu finden. Menschen mit Demenz fallen aber oft einfache Worte nicht mehr ein, statt dessen verwenden sie unpassende Füllworte. Dadurch werden die Sätze schwer verständlich.
Räumliche und zeitliche Orientierungsprobleme: Bei vielen Menschen kommt es ab und an vor, dass sie z.B. Wochentage vergessen oder sich in einer fremden Umgebung verlaufen. Bei Menschen mit Demenz kann es passieren, dass sie in der eigenen Straße stehen und nicht mehr wissen wo sie sind, wie sie dorthin gekommen sind und wie sie wieder nach Hause gelangen.
Eingeschränkte Urteilsfähigkeit: Nicht immer wählen Menschen die dem Wetter entsprechende Kleidung. Bei Menschen mit Demenz ist aber die gewählte Kleidung manchmal völlig unangebracht. Sie tragen z.B. einen Bademantel beim Einkaufen oder mehrere Blusen an einem heißen Sommertag übereinander.
Probleme mit dem abstrakten Denken: Für viele Menschen ist es eine Herausforderung, ein Konto zu führen. Menschen mit Demenz können aber oft weder Zahlen einordnen noch einfache Rechnungen durchführen.
Liegenlassen von Gegenständen: Ab und an lässt fast jeder mal den Schlüssel oder das Portemonnaie liegen. Bei Menschen mit Demenz kommt es jedoch vor, dass sie Gegenstände an völlig unangebrachte Plätze legen, wie z.B. Schmuck in den Kühlschrank oder eine Uhr in die Zuckerdose. Im Nachhinein wissen sie nicht mehr, wohin sie die Gegenstände gelegt haben.
Stimmungs- und Verhaltensänderungen: Stimmungsänderungen kommen bei allen Menschen vor. Menschen mit Demenz können aber in ihrer Stimmung sehr abrupt schwanken, oft ohne erkennbaren Grund.
Persönlichkeitsänderungen: Im Alter verändert sich bei vielen Menschen die Persönlichkeit ein wenig. Bei Menschen mit Demenz kann aber eine sehr ausgeprägte Persönlichkeitsänderung plötzlich oder über einen längeren Zeitraum hinweg auftreten. Jemand, der normalerweise freundlich ist, wird z.B. unerwartet ärgerlich, eifersüchtig oder ängstlich.
Verlust der Eigeninitiative: Menschen arbeiten nicht fortlaufend mit der gleichen Motivation. Demenzkranke verlieren jedoch den Schwung bei ihrer Arbeit und das Interesse an ihren Hobbies manchmal vollständig, ohne Freude an neuen Aufgaben zu finden.

 

Quellen:Medizinische Gesellschaft für Mikroimmuntherapie (MeGeMIT) ,  http://www.alzheimerinfo.de/

 

10 thoughts on “Immunsystem des Gehirns stärken

  1. Ein sehr wichtiges und trauriges Thema, leider kann man nicht viel machen. Bei meinem Schwiegervater wurde Alzheimer erst sehr spät festgestellt und er baute rasch immer weiter ab, mittlerweile lebt er in einem Pflegeheim. Für Madame und ihre Schwestern ist es sehr schlimm ihren Vater so zu sehen und ihn so zu erleben, ohne ihm helfen zu können.

  2. Ich kann das Buch „Dumm wie Brot“ empfehlen, denn es gibt mittlerweile genug Studien darüber, welchen Einfluss unsere Ernährung auf genau solche Dinge hat. Viele sehen das leider noch nicht ein, allerdings ist dies definitiv so. Auch die Zusammensetzung der Neurotransmitter kann stark von unserem Darm beeinflusst werden – ging man vor wenigen Jahre noch davon aus, dass diese alle im Gehirn produziert werden, weiß man heute das 80% davon im Darm hergestellt werden….etc. 😉

    Viele Grüße und wirklich Toller Blog =)

  3. Wir haben das ja direkt zuhause… Seit meine Schwiegermutter hier bei uns aufgenommen wurde müssen wir uns täglich mit demThema auseinander setzen. Viele Dinge nahm ich bisher persönlich, aber das ist einfach krankheitsbedingt, dass mußte ich erst lernen. Seitdem sehe ich vieles entspannter. Wir werden sie daher auch zweimal die Woche in ein Tagesheim geben, wo sie viele Sachen speziell zu diesem Krankheitsbild unternehmen.

  4. Demenz und Alzheimer, das beschäftigt mich auch. Das sind schlimme Krankheiten und ich hoffe auch, dass Wissenschaft etwas findet, damit das Leid gemindert wird.

    Trifft dieser Fall in der Familie ein, dann muss viel gelernt werden. Ich denke auch, der Umgang mit diesen Betroffenen ist auch schwer.

  5. Danke für den informativen und schönen Beitrag. Es ist schon schwierig für die Angehörigen mitanzusehen, wie ein geliebter Mensch auf einmal geistig zerfällt und die eigenen Kinder nicht mehr erkennt. Meine Oma wird dieses Jahr 91 Jahre alt und leidet stark unter Altersdemenz.
    Liebe Grüße
    Anja

  6. Ein außerordentlich informativer Artikel für mich. Ich hoffe, dass ich die Informationen hilfreich in meine eigene Arbeit einfließen lassen kann. Herzlichen Dank dafür.

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