Übermäßige Angst mündet in Angststörungen

Angst ist als eine urmenschliche Emotion einzuordnen, die den menschlichen Gesamtorganismus unterstützt körpereigene Energien zielgerichtet zu mobilisieren, das individuelle Reaktionsvermögen sowie die Aufmerksamkeit steigert und zum entschlossenen Handeln animiert.

Subjektive Furcht bzw. Angstquellen, die das Bewusstsein als furchteinflößend wahrnimmt, setzen bestimmte physiologische Prozesse in Gang, die den Körper abhängig von dem individuellen Angstniveau in einen Flucht- bzw. Kampfmodus versetzen. Die subjektive Wahrnehmung beeinflusst maßgeblich, ob Situationen, Ereignisse, Gedanken oder körperliche Veränderungen als angstmachend erlebt werden und wie die Einzelperson auf diese Sachlage reagiert.

Die Registrierung der Angstquelle, triggert negativ besetzte Gedanken und veranlasst das menschliche Gehirn den gegenwärtigen Zustand als bedrohlich einzustufen. Diese negativen Assoziationen versetzen den Organismus in Alarmbereitschaft, die an spezielle körperliche Symptome wie Herzrasen, einen beschleunigten Puls, übermäßiges Schwitzen, Schwindel, Zittern und Beklemmungsgefühle gekoppelt sind. Angstgefühle münden vorwiegend in Fluchtverhalten, Erwartungsangst bzw. Angst vor der Angst, ausgeprägtes Vermeidungsverhalten und einer übersteigerten Selbstbeobachtung. Gleichzeitig manifestiert sich übermäßige Angst häufig in Angststörungen, die ohne tatsächliche Gefahrenquelle komplexe, individuelle Gefahrenbilder erschaffen und extreme körperliche und psychische Beschwerden auslösen, die die Lebensqualität der Betroffenen beschneiden und sie im Alltagsgeschehen lähmen.

Angststörungen sind zwingend frühzeitig zu behandeln

Unbehandelte Angststörungen bergen prinzipiell das Risiko einer etwaigen Verselbstständigung. Eine frühzeitige und anlassgerechte Therapie dient deshalb als Grundbaustein, um die Angst nachhaltig auszuhebeln und die angstbedingten Beschwerden der Betroffenen professionell zu therapieren. Grundsätzlich greift in diesem Kontext die Faustformel; je früher die zielorientierte Therapie einsetzt, desto besser. Abhängig von der konkreten Ausprägung fungieren Entspannungstherapien, Psycho- bzw. Verhaltenstherapie sowie einen medikamentöse Therapie als Eckpfeiler für eine erfolgreiche Therapie.

Das Krankheitsbild der “ Erythrophobie“ bezeichnet die krankhaft übersteigerte Angst vor dem Erröten bzw. der Bewertung des Errötens durch Dritte. Betroffene erleben das Geschehen als subjektiv unangenehm, peinlich, demütigend und beschämend.

Stereotype soziale Erwartungsmuster gelten als Triggerfaktoren, die den vermeintlichen Kontrollverlust der Betroffenen über ihren eigenen Körper maßgeblich auslösen. Das Erröten ist grundsätzlich an ein Schamgefühl der Betroffenen gebunden. So sagt Dr. Jan Martin von der Website angst-verstehen.de, dass sich die Angst vor dem Erröten primär im Zuge des Jugendalters schleichend manifestiert. Einer Phase in der überdurchschnittlich viele Heranwachsenden unsicher sind. Laut Experten betrifft die “ Erythrophobie“ in erster Linie unsichere Menschen, die ihr Handeln überdurchschnittlich stark von sozialen Erwartungen abhängig machen und sich ausschließlich so verhalten möchten, wie es sozial erwünscht ist.

Um den Kreislauf der Angst zielgerichtet zu durchbrechen und dafür zu sorgen, dass die Angststörung schnell verschwindet ist eine frühzeitige Behandlung durch einen Therapeuten erforderlich. Das frühzeitige Eingreifen ist gerade bei Jugendlichen besonders schwierig , da sie sich häufig nicht gegenüber ihren Eltern öffnen. Zur Therapie eignen sich anxiolytische Medikamente.