Ahnenforschung durch Gene: Der DNA-Test

Für ihre Vorfahren interessieren sich wohl die meisten Menschen in einer gewissen Art und Weise. Heute ist es dabei allerdings sogar möglich, besonders umfangreiche Informationen über die Ahnen in Kenntnis zu bringen.

Ermöglicht wird dies nämlich durch DNA-Tests, die von verschiedenen Tech-Firmen, wie zum Beispiel Ancestry, angeboten werden. Geworben wird damit, dass Verwandte, die bisher vollkommen unbekannt waren, mithilfe einer Genanalyse gefunden werden können.

Allerdings stellen sich viele Interessierte die Frage, ob die Ahnenforschung mithilfe der DNA-Tests tatsächlich funktioniert und wie sicher sich diese überhaupt gestaltet.


DNA-Test: So funktioniert er

Die Funktionsweise eines DNA-Tests gestaltet sich recht simpel. Im Internet muss im ersten Schritt ein Account angelegt werden. Die Preise dafür bewegen sich in der Regel im Bereich von 80 Euro. Das Test-Kit wird dem Besteller dann zugesendet.

Im nächsten Schritt muss dieser eine Speichelprobe in einem Proberöhrchen abgeben und dieses wieder an das Labor zurücksenden. Das Labor extrahiert dann die DNA, um Analysen an über 700.000 Positionen durchzuführen. Die so gewonnen Informationen werden dann in die unternehmensinterne Gen-Datenbank übertragen und dort hinterlegt.

Im Zuge eines Vergleichs mit weltweiten Völkergruppen wird dann der Mix der Abstammung der DNA errechnet. So kann sich eventuell zeigen, dass amerikanische, asiatische oder afrikanische Vorfahren vorhanden waren. Daneben geht das jeweilige Ahnenforschungsunternehmen ebenfalls auf die Suche nach präzisen Übereinstimmungen in seiner Datenbank, welche in einigen Fällen mehr als 20 Millionen Nutzer umfassen. Eventuell lassen sich so auch konkrete Verwandte aufspüren. Es dauert ungefähr drei Wochen, bis das Ergebnis des Tests vorliegt.

Der Datenschutz bei der Ahnenforschung

Es gibt durchaus Menschen, die mit einem solchen DNA-Test lang vermisste Verwandte finden konnten, sogar den eigenen Vater. Dies ist besonders für Personen interessant, die beispielsweise adoptiert wurden und auf der Suche nach ihren leiblichen Eltern sind. So kann der DNA-Test für die Ahnenforschung für einige Menschen eine sehr große Hilfe darstellen.

Allerdings betrachten Datenschützer die digitale Forschung nach den eigenen Ahnen überaus kritisch. Es wird befürchtet, dass die jeweiligen Anbieter über ihre Nutzer nicht nur Daten zu ihrer DNA sammeln und speichern.

Die Datenschützer vermuten so, dass sie auch Ortsprofile, das Verhalten in den sozialen Netzwerken und Verwandtschaftsdaten aufzeichnen. Zu der Entstehung von derartigen Daten kommt es immer, wenn Angebote von digitalen Unternehmen von Nutzern im Internet in Anspruch genommen werden. Im Durchschnitt sammeln Tech-Firmen, die digitale Portale betreiben, pro Nutzer circa 300 Datenpunkte.

Kontrollverlust: Datenweitergabe an Dritte?

Allerdings müssen die Nutzer bei einigen Anbietern explizit zustimmen, wenn sie damit einverstanden sind, dass ihre Daten weitergegeben werden. Jedoch haben sie dann keinen Einfluss mehr darauf, wer ihre Daten zukünftig nutzt. Die Daten können so unter Umständen zum Beispiel auch für genomische und genanalogische Forschungsprojekte verwendet werden.

Generell können die Ergebnisse, welche die digitale Ahnenforschung mithilfe eines DNA-Tests hervorbringen kann, so tatsächlich überaus spannend ausfallen. Allerdings muss es als großer Kontrollverlust bezeichnet werden, dass die Nutzer nicht wissen, wie ihre Daten außerdem verwendet werden. So sollte sich stets gut überlegt werden, ob einer weiteren Verwendung der Daten zugestimmt wird. Daneben sollte immer die Möglichkeit bestehen, die zur Verfügung gestellten Daten wieder vollständig löschen zu lassen.

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