Was ist Snus und wie benutzt man ihn?

Schwedischer Snus ist ein feuchter Tabak zum oralen Gebrauch, welchen man unter der Oberlippe platziert. Es existieren zwei verschiedene Arten, loser und portionierter Snus. Beide Arten gibt es in verschiedenen Geschmacksrichtungen und Variationen. Schwedischer Snus wird aus ausgewählten Tabaken, Wasser, Salz und Aromen hergestellt, nach Rezepten, die bis in das 19. Jahrhundert zurückgehen. Schwedischer Snus wird pasteurisiert, sprich wärmebehandelt, wie es die Schwedischen Lebensmittelstandards vorschreiben. Snus wird nicht gekaut und auch ein Spucken, wie man es vom Kautabak kennt, gibt es nicht. Es ist reiner Tabakgenuß.

Die Entstehung von Snus

Wie snus erfunden wurde ist nicht ganz klar, aber Anfang des 19. Jahrhunderts begannen Schweden Tabak mit Wasser, Salz und Aromen zu mischen, wie z.B. Wein oder Gewürzen. Das Endprodukt wurde nicht gekaut oder geschnupft, sondern vielmehr in eine Portion geformt und unter die Oberlippe gesteckt.
Eine Theorie zur Entstehung von Snus basiert auf der Qualität des Tabaks, welcher vor 200 Jahren in Schweden angebaut wurde, kombiniert mit dem Wunsch von Tabakkonsumenten nach einem erschwinglichen Produkt. Kautabak wurde von Arbeitern und Farmern geschätzt, denn er war günstig und auch hatte man die Hände frei bei der Arbeit. Jedoch neigte der Schwedische Tabak dazu zu krümeln, wenn man ihn zu Kautabak verarbeitete. Eine einfache Lösung für dieses Problem war den Tabak zu Pulver zu zermahlen, ihn mit Wasser zu vermischen, für eine einfacherer Handhabung, und schliesslich noch Salz hinzuzugeben, für die Haltbarkeit und Aromen für den Geschmack. Im Grunde hat sich Snus seither wenig geändert, die ursprünglichen Zutaten sind immer noch die gleichen, Tabak, Wasser und Salz.

Tradition in Schweden

In Schweden ist der Oraltabak populärer als die Zigarette. Es gibt dort viel weniger Raucher und weniger damit verbundene Krankheiten. Laut dem Eurobarometer, einer öffentlichen Meinungsumfrage in Europa, rauchen nur 5 Prozent aller Schweden täglich. Bei den durchschnittlichen Europäern sind es 24 Prozent, in der Schweiz rauchen 23,1 Prozent der Männer und 17,9 Prozent der Frauen täglich. Laut dem GFN sterben schwedische Männer daher im Vergleich zu Europa nur halb so oft an den Folgen von Tabak.

Hintergründe

Snus ist ein Oraltabak, der vor allem in Norwegen und Schweden verbreitet ist. Die kleinen Beutel mit Tabak und Salz werden in Dosen verkauft und hinter Ober- oder Unterlippe platziert. Dort bleibt der Snus je nach Sorte bis zu einer Stunde. In der Eishockeyszene ist er sehr verbreitet – die Mehrheit der Spieler braucht den Tabak als stimulierendes Aufputschmittel. Über die Mundschleimhaut gelangt das Nikotin direkt in die Blutbahn, es erhöht den Puls, baut Stress ab und macht wach – aber auch süchtig, was nicht unbedingt dem Sportsgeist entspricht.
Die Forscher und Analysten des Globalen Forums für Nikotin hingegen finden fast nur positive Worte rund ums Thema Snus. Peter Lee, Epidemiologe und medizinischer Statistiker, lieferte am GFN Zahlen: Laut ihm ist Snus bezüglich Krebsrisiko zu 95% sicherer als die Zigarette. Offizielle Studien und Erkenntnisse dazu stehen allerdings noch aus.