Qualität von Wein erkennen: Darauf sollte man achten

Die Qualität von Weinen lässt sich unter anderem an Qualitätsstufen, Prädikaten und Herkunftsangaben ausmachen. Welche sind die wichtigsten Qualitätskriterien auf dem Weinmarkt?

Angaben auf dem Etikett von Wein

Laut einer gesetzlichen Regelung müssen diese Mindestangaben auf dem Etikett einer Weinflasche aufgeführt sein:

  • Jahrgang
  • Rebsorte
  • Farbe des Weines
  • Abfüller beziehungsweise Weingut
  • Qualitätsstufe
  • Herkunft
  • Alkoholgehalt
  • Zusatzstoffe
  • Süßegrad (trocken, feinherb, halbtrocken oder lieblich)

Herkunft und Weinqualität

Weinqualität nach EU-Weinmarktordnung

Die EU-Weinmarktordnung setzt ebenfalls auf ein herkunftsbezogenes System, wenn es um die Qualitätseinstufung geht:

  • Weine ohne Herkunftsangabe: niedrigste Qualitätsstufe
  • Weine mit geschützter geografischer Angabe: Zum Beispiel Weine mit Bezeichnung „Deutscher Landwein“ oder Wein aus Italien mit „Indicazione Geografica Tipica (IGT)“- Siegel
  • Weine mit geschützter Herkunftsangabe: Lässt sich bei französischen Weinen am AOP Siegel, bei spanischen und italienischen Weinen am DOP Siegel erkennen, welches vor dem Anbaugebiet genannt wird.

Qualitätssystematik des Verbands deutscher Prädikatsweingüter (VDP)

In Deutschland hat der Verein Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) 2012 eine neue Klassifikation beschlossen, welche der unserer französischen Nachbarn sehr nahekommt. In dieser Klassifikation wird die geographische Herkunft der Trauben, die in einer Weinflasche enthalten sind, enger eingegrenzt. Bekannt sind zum Beispiel der Vordere Winkelberg vom Spitzenweingut Dr. Heger in Ihringen am Kaiserstuhl oder auch das Châteauneuf du Pape in Frankreich.

1. Gutswein nach VDP

Bei dieser Klasse wird der Wein ausschließlich aus Trauben des angegebenen Weingutes hergestellt. Es werden keine anderen Trauben von dem Weingut eingekauft. Ein Gutsein ist ein Wein mit sehr gutem Preis-Leistungs-Verhältnis.

2. Ortswein nach VDP

In dieser Klasse liegt die Herkunft der Trauben eines Weines innerhalb einer Ortsgrenze. Auch die verwendeten Trauben der Weine müssen in dieser Weinregion vertreten sein. Der Ortswein sollte auch der Weinregion und dem Ort entsprechen und diese bestmöglich widerspiegeln.

3. Erste Lage nach VDP

Weine mit dem VDP-Prädikat „Erste Lage“ sind Weine, die sich über einen längeren Zeitraum hinsichtlich ihrer hervorragenden Qualität bewiesen haben und hervorragende Bedingungen aufweisen.

4. Große Lage nach VDP

VDP „Große Lage“ ist die höchste der vier VDP Klassifizierungen. Trockene Weine in dieser Klasse werden als Großes Gewächs bezeichnet. Nur die hochwertigsten Weinberge Deutschlands schaffen es in diese Klasse, welche von den VDP Regionalverbänden bestimmt werden.

Rebsorte und Weinqualität

Für die Aromatik eines Weines ist auch die Rebsorte entscheidend, welche darüber hinaus auch Farbe und Struktur bestimmt. Es gibt launische und pflegeleichte Rebsorten. Bekannte Rebsorten wie Chardonnay oder Cabernet Sauvignon werden weltweit angebaut. In einem Cuvée werden die Mindestanteile einzelner Rebsorten vorgeschrieben. Eine Vorgehensweise, um die Qualität der Trauben zu erhöhen, ist es, die Erträge pro Hektar in einem Anbaugebiet auf ein bestimmtes Maß zu begrenzen. Außerdem spielt auch das Mostgewicht nach dem „Oechsle-Grad“ eine wichtige Rolle bei der Qualität. Je höher der Oechsle-Grad, desto hochwertiger der Wein und desto mehr Mineralien und Zuckergehalt der Trauben ist vorhanden. Ein Wein mit Prädikat „Kabinett“ muss einen Oechsle-Grad von mindestens 70 haben, ein Wein der Klasse „Auslese“ mindestens 83.

Deutsche Prädikatsweine werden dabei in vier Klassen eingeteilt.

Kabinett

Weine mit Prädikat Kabinett bezeichnet eher leichte Weine, die aus reifen Trauben hergestellt werden. Das Mostgewicht nach Oechsle-Grad ist hier noch nicht sehr hoch und liegt je nach Anbaugebiet zwischen 70 und 82 Grad Oechsle. Kabinett Weine haben oft auch einen geringeren Alkoholgehalt.

Spätlese

Wie der Name schon vermuten lässt, werden Weine mit Prädikat Spätlese später gelesen und haben dementsprechend auch ein höheres Mostgewicht. Dieses sorgt für reife Weine mit feiner Frucht. Dieses liegt je nach Anbaugebiet zwischen 76 und 90 Grad Oechsle.

Auslese

Hier werden nur die vollreifen Trauben verwendet. Reife Beeren werden ausgelesen. Auslese Weine haben ein Mostgewicht mit einem Oechsle-Grad von bis zu 100. Die Grundlage für volle und edle Weine.

Beerenauslese

Die Lese erfolgt noch später als bei der Prädikatsstufe Auslese. Bei der Beerenauslese werden überreife Trauben, die bereits eine Edelfäule haben, verwendet. Das sorgt auch für ein hohes Mostgewicht von bis zu 128 Grad Oechsle. So entstehen komplexe Weine mit viel Süße und ordentlicher Säure.

Trockenbeerenauslese

Bei der Trockenbeerenauslese sind die Weintrauben schon faltig und geschrumpft. Die Edelfäule ist fortgeschritten und das Mostgewicht beträgt hier bis zu 154 Grad Oechsle. Das ist das höchste aller Gefühle. Es entstehen Top Dessertweine mit stilvoller Süße. Da die Anforderungen an die Trockenbeerenauslese so hoch sind, können gar nicht jedes Jahr derartige Weine hergestellt werden.

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