Corona-Krise: Online bis zum Abwinken

Die Corona-Krise ist noch längst nicht überwunden und hinterlässt so langsam ihre Spuren. Die Auswirkungen des Lockdowns sind vielfältig. Eine der Folgen ist ein erhöhter Internetkonsum. Können wir in der Krise nicht mehr ohne Internet auskommen?

Die Menschen bleiben zu Hause

Zum einen liegt der erhöhte Datenverbrauch für das Internet sicherlich daran, dass viele Menschen nicht mehr zur Arbeit gehen können. Ob Home Office oder gleich Kurzarbeit: Streaming-Dienste laufen in den eigenen vier Wänden auch Hochbetrieb. Sei es, um die Lieblings-Musikvideos im Hintergrund laufen zu lassen oder den ebenfalls zu Hause eingesperrten Nachwuchs zu unterhalten.

Der Streaming-Dienst Netflix hat im März reagiert. Sie haben für ihr Angebot die Bitrates heruntergefahren, damit die Kapazitäten nicht überschritten werden. So haben sie ihren Teil dazu beigetragen, den Internet-Kollaps zu verhindern. Gleichzeitig wirkt sich das auf die Qualität der gesendeten Bilder aus. Gute HD-Auflösung ist vorübergehend nicht verfügbar.

Droht der Internet-Kollaps?

Bei einem Anstieg des Traffics um bis zu 40% sind die Provider in manchen Ländern bereits an ihre Grenzen gestoßen, wie die Zeit berichtet. Vereinzelt wurden bereits Netzwerkausfälle gemeldet. In Deutschland ist die Infrastruktur hingegen stabil, behaupten die Anbieter. Die Kapazitätsgrenze sei noch nicht erreicht.

Es ist freilich nicht nur das Internet, das in dieser Krisenzeit hohen Belastungen ausgesetzt ist. Auch die Mobilfunknetze erfahren eine stark erhöhte Nachfrage. Doch die Online-Welt scheint für viele Menschen die größte Sorge zu sein. Ohne Internet würde das Leben im Lockdown zusammenbrechen.

Das 5G-Netz steht in Deutschland noch nicht bereit, die Abdeckung ist gering. So müssen die Provider mit dem arbeiten, was zur Verfügung steht. Doch was genau sind eigentlich die Online-Aktivitäten, die von deutschen Internet-Usern in während der Corona-Krise verstärkt nachgefragt werden?

Was verursacht den Traffic-Anstieg?

Man kann dabei eine Reihe von Kategorien erkennen:

  • Netflix und Co.: Viele Menschen nutzen die Zeit zu Hause, um nicht nur Filme, sondern ganze Serien anzuschauen. Besonders auf Netflix und Amazon gibt es einiges zu entdecken, natürlich auch Youtube, Twitch und TikTok. Die spanische Netflix-Serie Haus des Geldes, in der tatsächlich auch Masken eine Rolle spielen, ist einer der aktuellen Geheimtipps.
  • Familie: Wenn die Kinder ihre Großeltern über einen langen Zeitraum nicht sehen können, entsteht in vielen Familien das Bedürfnis nach regem Austausch auf alternativen Wegen. Das gilt natürlich auch für Eltern, Geschwister und Freunde. Häufig kommen dabei Anrufe mit Video-Stream zur Anwendung.
  • Streaming-Feiern: Die höchste Stufe sind dabei Partys, die per Videokonferenz abgehalten werden. Dabei springt einer der beteiligten als DJ ein und sorgt für die Musik. Es kann sogar getanzt werden und man hebt mitunter auch „gemeinsam“ das Glas. Ob das übliche Ausgehen am Wochenende oder Geburtstage, die Menschen versuchen während der Quarantäne auf diese Weise, ihr normales soziales Leben weiterzuführen.
  • Online-Spiele: Die Nutzung von Online-Spielen ist rasant in die Höhe geschossen. Noch vor wenigen Monaten galt man als eine Art Nerd, wenn man als erwachsener Mensch World of Warcraft oder Fortnite gespielt hat. Das hat sich nun geändert. Das Portal Casinokomplett berichtet außerdem einen merkbaren Anstieg der Besucherzahlen in Online Casinos. Ähnliches gilt für die Anbieter von Online Poker.

Offline zu Hause

Natürlich findet auch zu Hause nicht das gesamte Leben im Internet statt. Dabei richten sich die neuen Angewohnheiten stark nach der Wohnsituation der Betroffenen. Wer alleine wohnt, wird häufiger zu einem Buch greifen. Familien mit jüngeren Kindern verbringen viel Zeit mit Spielen, dabei wird auch mal das gute alte Gesellschaftsspiel aus der Mottenkiste gekramt.

Wenn jüngere Menschen in einer WG zusammenwohnen, dann liegt es nahe, auch hin und wieder mal eine kleine Party zu feiern. Wer einen Garten oder einen geräumigen Balkon hat, kann das Grillset auspacken und sich so die Zeit vertreiben.

Bringt Corona neue Gewohnheiten?

So unterschiedlich die Lebenslagen der Bürger auch sind, eines scheint eindeutig: Die Corona-Krise stellt uns alle vor eine Herausforderung, ändert unsere Tagesabläufe und Gewohnheiten auf fundamentale Weise.

Ob wir es mit vorübergehenden Änderungen zu tun haben oder manche neue Routine aus der Quarantäne auch langfristig Verwendung findet, wird sich zeigen. Es erscheint durchaus möglich, dass sich die Gesellschaft gerade neu definiert. Ein stabiles und leistungsfähiges Internet ist ab dem Jahr 2020 jedenfalls wichtiger denn je.

1 thought on “Corona-Krise: Online bis zum Abwinken”

  1. Wenn man sich mal den aktuellen Traffic am DE-CIX in Frankfurt anschaut dann ist zumindest hierzulande noch viel Luft nach oben. Was allerdings so langsam am überlaufen ist sind die ganzen Logistikzentren mit Unmengen an Post und Paketen.

    Erst heute mit dem Paketboten gesprochen, der meinte aktuell ist die Anzahl an Paketen wie in der Vorweihnachtszeit….

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