Zur Ehre ganz besonderer Frauen: der Muttertag

Kaum ist der Valentinstag vorbei, erinnern die Händler Euch unmissverständlich an den Frauentag – um gleich darauf mit unterschiedlichsten „Frühlingsboten“ und putziger Osterware an Eure Aufmerksamkeit zu appellieren. Verständlich, wenn Euch das am zweiten Sonntag im Mai zum Halse heraushängt. Doch dieser Termin ist kein x-beliebiger Anlass, Eure Kaufkraft zu nutzen – sondern die wohl schönste Gelegenheit „Danke!“ zu sagen. Seit 1914 wird er offiziell als Muttertag gefeiert. Wie es dazu kam und wie Ihr ihn auch ohne finanziellen Aufwand gestalten könnt, verraten wir Euch hier:

Der eigentliche Muttertag: Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch

Der nachweisbare Ursprung dieses Ehrentags liegt in den USA. Hier gründete die Frauenrechtlerin Ann Maria Reeves Jarvis die Initiative „Mothers Friendships Day“. Auf deren regelmäßigen Zusammenkünften konnten sich Mütter über aktuell anstehende Probleme austauschen. Ein kritisch beäugtes Novum, denn Mutterwerden und Muttersein galten als Selbstverständlichkeiten, die keiner Frau Sorgen zu machen hatten.

Wie unzutreffend diese Annahme war, bewies die rege Teilnahme an den Treffen. Sie fanden zahlreiche Ableger und etablierten sich auch jenseits der USA. In den Ländern Europas entstanden viele ähnlich ausgerichtete Vereine. Bald widmeten sie sich nicht nur den persönlichen Anliegen der Mütter, sondern befassten sich auch mit gesellschaftlichen Aspekten wie geschlechtsunabhängigen Bildungschancen und der Möglichkeit, den Kriegsdienst zu verweigern.

Mit Gründung eines international tätigen Rates konnten sich die Frauen schließlich weltweit bemerkbar machen – denn ihre Interessen wurden durch Kongress-Teilnehmerinnen in zahlreichen Ländern vertreten.

Vom Gedenk- zum Feiertag: das Erbe einer liebenden Tochter


Bild von Free-Photos auf Pixabay 

Doch soweit die ursprüngliche Idee der Frauenrechtlerin Jarvis mittlerweile auch reichte: Einen speziellen Feiertag beinhaltete sie nicht. Erst ihre Tochter Anna Marie machte sich für diese Ehre stark. Kurz nachdem sich der Tod ihrer Mutter zum zweiten Mal gejährt hatte, veranstaltete sie ein Memorial Mothers Day Meeting – und erkannte in dieser Geste eine Lebensaufgabe.

Die nächsten Monate verbrachte Anna Marie Jarvis damit, einflussreiche Personen von der Notwendigkeit eines Mutter-Gedenktages zu überzeugen. Sie schrieb Briefe und Karten an Staats- und Kirchenmänner, kontaktierte Frauenverbände und bat Geschäftsleute, das Vorhaben zu unterstützen. Der Erfolg dieser Kampagne war beinahe unglaublich.

Als Jarvis dem dritten Todestag ihrer Mutter gedachte, nahm ihre ganze Gemeinde Anteil; ein weiteres Jahr später begingen die methodistischen Kirchen Virginias den Muttertag und schließlich fast alle Staaten der USA. Die Krönung der vorangegangenen Bemühungen war die Einführung eines nationalen Feiertages: Am 08. Mai 1914 verfügte der US-Kongress, den zweiten Sonntag des Monats als Zeichen der Liebe und Verehrung von Müttern zu begehen.

Aus den USA in die weite Welt: Andere Länder, andere Sitten

Die europäischen Länder folgten diesem Vorbild; legten jedoch ganz unterschiedliche Tempi und Vorgehensweisen an den Tag.

Während Irland und das Vereinigte Königreich den Muttertag schnell mit dem traditionellen Mothering Sunday am vierten Fastensonntag verbanden, verknüpften andere Staaten das Konzept mit dem Frauentag. Vor allem im osteuropäischen Raum ist diese Kombination häufig anzutreffen.

In Albanien und Südkorea wird der Muttertag etwas allgemeiner als Elterntag gefeiert; in der Mongolei dürfen sich die Jüngsten mit dranhängen, denn dort fasst man die Ehre in einem Mutter-Kind-Tag zusammen.

Doch es geht auch ganz anders: In sehr vielen Ländern werden die Mütter zu Frühlingsbeginn geehrt – was ihrer Funktion als Lebensspenderin nahe kommt. Ähnlich hält man es im Iran, wo der Muttertag auf das Geburtsdatum von Fatima bint Mohammed fällt, der Tochter des Propheten.

Das gänzlich andere Ende der Lebensspanne kommt Müttern in Israel zu. Hier feiert man sie am Sterbetag von Henrietta Szold, einer bedeutenden Aktivistin der dortigen Nationalbewegung.

In den meisten deutschsprachigen Ländern fällt der Muttertag auf den zweiten Sonntag im Mai, so dass der nächste Termin am 12.05.2019 ist. Allerdings setzte sich diese Festlegung nur langsam durch. Erst Mitte der 1920er Jahre schafften es Floristen und Konditoren, den Muttertag als bewegliches Datum im deutschsprachigen Raum zu etablieren.

Geschenke zum Muttertag


Bild von congerdesign auf Pixabay 

Der damit verbundene Kauf-Anreiz haftet ihm bis heute an – und hat auch Anna Marie Jarvis entzürnt. Nachdem „ihr“ Feiertag immer kommerzieller wurde, bereute sie die Einführung und versuchte, ihn wieder abzuschaffen.

Doch ein Zurück gab es nicht mehr. Alle diesbezüglichen Bemühungen scheiterten, denn der Muttertag hatte sich längst als zuverlässige Einnahmequelle bewährt. In seiner Heimat rangieren Anschaffungen zur Ehre von Müttern gleich nach Weihnachtsgeschenken und schlagen etwa viermal höher zu Buche als in deutschsprachigen Ländern.

Kein Wunder, denn traditionell überwiegen in der Schweiz, in Österreich und in Deutschland Blumensträuße als Gabe zum Muttertag. Präsente wie zu Weihnachten oder zum Geburtstag sind in Mitteleuropa eher unüblich. Stattdessen werden die Frauen der Familie von ihren Angehörigen gern verwöhnt.

Dieser Umstand macht es Euch leichter, aus der nachfolgenden Liste eine passende Überraschung zum Muttertag auszuwählen – denn auch mit wenig oder gar keinem Geld lassen sich viele schöne Dinge für die wichtigste Frau im Leben organisieren.

Kreatives zum Muttertag


Bild von suju auf Pixabay 

Los geht’s mit einem echten Klassiker: dem Muttertags-Gedicht. Alles, was Ihr dafür braucht, sind Zettel und Stift sowie Kreativität und den Mut, es vorzutragen. Wer sich zu eigenen Reimen nicht berufen fühlt, darf ein bekanntes Werk umformulieren. Beim Verfassen kommt es weder auf Versmaße noch auf Kadenzen an – sondern lediglich auf die gute Absicht, die Ihr erkennen lasst.

Ein weiterer Evergreen zum Muttertag sind selbstgemalte Bilder. Sie müssen nicht den Kleinen vorbehalten bleiben. Auch größere Kinder oder Jugendliche dürfen mit Farbe, Tusche, Kreide oder Bunt- und Filzstiften loslegen. Wer kein Rembrandt-Gen mitbekommen hat, könnte sich an einer Collage versuchen – zum Beispiel aus Fotos, die die Familie bei gemeinsamen Unternehmungen zeigen.

Als Begleiter für die selbst verfassten oder gestalteten Kunstwerk eignen sich Muttertags-Karten, wie sie im Online-Shop von „Meine Kartenmanufaktur“ erhältlich sind. Hier warten zahlreiche Modelle darauf, mit einem netten Spruch, einem Foto und lieben Worten personalisiert zu werden und das eigentliche Muttertags-Geschenk aufzuwerten.

Leckereien zum Muttertag


Bild von congerdesign auf Pixabay 

Auch Mahlzeiten sind eine schöne Möglichkeit, Müttern Freude zu bereiten.

Allen Empfehlungen voran steht natürlich ein Frühstück im Bett, das kleinere Kinder mit den älteren Geschwistern oder dem Vater zubereiten können. Vergewissert Euch jedoch, ob Frau Mama eine solche Liebesbekundung schätzt! Nicht alle mögen es, aus dem Tiefschlaf heraus ein Tablett auf den Knien zu balancieren und Krümel zwischen die Kissen zu verteilen. Sie dürfen alternativ an einem festlich gedeckten Tisch Platz nehmen.

Vielleicht folgt dessen Angebot einem Farbkonzept? Alle Speisen und Getränke rot wie die Liebe zu halten, erfordert zwar etwas Kreativität, gibt dem Tag aber den richtigen Auftakt. Mit Fruchtsaft, Marmelade, Salami und Tomaten lassen sich zahlreiche Rot-Nuancen abbilden. Alternativ dazu könnt Ihr mit der Plätzchenform Herzen aus Käse-, Wurst- und Toast-Scheiben ausstechen.

Die Krönung einer solchen Muttertags-Tafel ist zweifellos ein liebevoll verzierter Kuchen. Ob Ihr ihn nach einem einfachen Rezept selbst zubereitet, auf eine Backmischung zurückgreift oder einen fertigen Kuchen kauft, hängt von Eurer Zeit und Eurem Geschick ab. Das Wichtigste ist ohnehin die Garnitur. Glasur nach Geschmack sowie Zuckerblümchen und Zuckerschrift verleihen dem Backwerk das passende Aussehen.

Fast noch besser eignen sich Muffins. Sie bekommen durch Papiermanschetten, Fähnchen und Toppings ein geeignetes Muttertags-Outfit und können buchstäblich stückweise verzehrt werden. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Rezepte, die die kleinen Backwerke herzhaft variieren. Auf diese Weise bilden sie eine gute Basis für die weiteren Empfehlungen.

Unternehmungen zum Muttertag

Mit dem Frühstück hat der Muttertag schließlich erst begonnen. Bei schönem Wetter könnte sich ein Ausflug anschließen.

Mit süßen oder pikanten Muffins ist der dazugehörige Picknick-Korb schon gut bestückt; ein paar Würstchen, ein Stück Käse und etwas Stangenbrot runden den Inhalt perfekt ab, ohne Aufwand zu verursachen. Natürlich darf zur Feier des Tages auch eine Flasche Wein oder Sekt mitreisen – beachtet jedoch, dass Ihr dann zusätzlich Trinkgefäße, einen geeigneten Öffner und Kühlmittel einpacken müsst.

Wohin der Weg führt, ist eigentlich egal. Das Muttertags-Picknick kann im nahegelegenen Stadtpark, am Strand des Badesees oder am Rande der ersten Open-Air-Veranstaltung stattfinden. Gebt Freunden Eurer Mutter einen Hinweis, wo Ihr Euch aufhaltet und bittet sie, etwas Leckeres mitzubringen. So entlastet Ihr Euch beim Tragen und bereichert die Runde um nette Gesprächspartner.

Besteht die Möglichkeit zu fahren, könnt Ihr die Hauptperson auch zu einer Sehenswürdigkeit entführen. In vielen Schlossparks und Burganlagen ist Picknicken erlaubt. Außerdem bieten viele Einrichtungen dieser Art spezielle Muttertags-Programme an. Zum typischen Repertoire dieses Datums gehören Sonderführungen, Kammermusik-Konzerte oder Kaffeetafeln – für die Ihr Euch jedoch meist verbindlich anmelden müsst.

Etwas freier seid Ihr mit einer Tour im Mietboot oder auf Mietfahrrädern. Auch andere (Wasser-) Fahrzeuge bieten sich für eine Ehrenrunde am Muttertag an. Je nach Wohnlage und Gegebenheiten könnt Ihr eine historische Dampflok, eine Draisine, den Sessellift, die Sommerrodelbahn oder einen Wassertreter nutzen – Hauptsache, das beste Stück der Familie hat Spaß!

Am Abend des Muttertages

Ein Essen im Restaurant ist relativ einfach zu organisieren; belastet jedoch die Familienkasse. Genauso gut könnt Ihr Eure Mutter auch in die gemütliche Pizzeria an der Straßenecke einladen – oder den italienischen Klassiker selbst zubereiten. Mit fertigem Teig aus dem Kühlregal des Supermarktes und Belägen nach Gusto geht das ganz fix.

Während die Pizza bäckt, richtet Ihr ein bequemes Sofa-Lager ein und macht die Technik startklar. Sicher hat Eure Mutter einen Lieblings-Film oder eine Lieblings-Serie, die Ihr bereits entliehen oder gestreamt habt. Dann steht einem Heim-Kino-Abend nichts im Weg. Und wehe, es meckert jemand über romantischen Kitsch oder überdrehte Akteurinnen! Auch wenn es stimmt, dass Joe Black eher schön als überzeugend ist und keine Frau ein fünftes Paar Manolo-Blahnik-Schuhe braucht: Am Muttertag spielt Eure Ansicht keine Rolle!

Das Nachtprogramm zum Muttertag

Ganz am Ende eines so aufregenden Tages liegen die Kinder im Bett und Ihr seid als Elternpaar allein. Zeit, der liebevollen Mutter zu verdeutlichen, dass sie auch für andere Eigenschaften geschätzt wird. Das muss nicht mit Worten sein und darf auf keinen Fall inszeniert wirken.

Überleg Dir als Partner, was einen Abend für sie „rund“ macht. Du kennst ihre Vorlieben am besten und solltest darauf eingehen können. Ein duftendes Wannenbad mit anschließender Massage tut ihr als Frau UND Mutter gut; ergänzt um ein Glas Wein wird die Sache noch etwas erwachsener.

Vielleicht schätzt sie es auch, wenn Du ihr eine Gute-Nacht-Geschichte vorliest? Dieser liebevolle Brauch bleibt im Laufe der Kinderzeit häufig auf der Strecke – eine schöne Gelegenheit, ihn wiederzubeleben! Such ruhig etwas Erotisches aus oder nimm Dir das Buch, in dem sie sowieso gerade schmökert.

Aber wundere Dich nicht, wenn die Frau an Deiner Seite über das Vorlesen einschläft. Für sie ist nämlich jeder Tag Muttertag – und dafür muss sie gut erholt sein!

3 thoughts on “Zur Ehre ganz besonderer Frauen: der Muttertag”

  1. Hallo Sabine,
    Das war mal ein toller Artikel.

    Bin noch nie drauf gekommen mal zu recherchieren woher der Muttertag stammt.

    Du bin ich um einiges klüger.

    Kurz mal eine Frage bezüglich deiner Benachrichtigungen für neue Artikel.

    Was ist das für ein Plugin?
    Diese Benachrichtigungsart gefällt mir sehr.

    Ich würde mich über den Tipp freuen.

    Liebe Grüße
    Lothar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This Blog will give regular Commentators DoFollow Status. Implemented from IT Blögg

* Durch das Anhaken der Checkbox, erlaube ich Bienenstube.net die Speicherung meiner Daten.

*

Ich stimme zu