Von Panettone und La Be­fa­na – Weih­nach­ten in Ita­li­en

Weihnachten ist ein wichtiges Fest, überall auf der Welt. Aus diesem Grund stelle ich euch in der Weihnachtszeit Bräuche aus anderen Ländern vor. Heute gehts nach Italien. Dieses ist ein sehr katholisch geprägtes Land, schließlich ist in der Hauptstadt Rom der Papst zu Hause. Christliche Feste wie Weihnachten werden sehr ernst genommen und groß gefeiert. Denn Italiener feiern genaugenommen gleich viermal Weihnachten. Über den ganzen Monat erstreckt sich das Fest, vom 6. Dezember bis hin zum 6. Januar des neuen Jahres.
Anfang des Monats steht der festlich geschmückte Weihnachtsbaum im Wohnzimmer. Viele Bräuche der italienischen Weihnacht kennt man so auch hier in Deutschland aber einiges ist doch ganz anders. Es dreht sich wie hierzulande alles um die Familie und leckeres Essen. Überrascht werden die Kinder in Italien aber nicht nur vom Weihnachtsmann, sondern auch von seiner Frau Befana, einer Hexe, welche die Schuhe der Kinder mit Süßigkeiten füllt.

Die Vorweihnachtszeit

In der Vorweihnachtszeit werden die ganzen Geschenke für die Liebsten eingekauft und alles wird kräftig dekoriert. Schon am 6. Dezember wird in vielen Familien das Haus geschmückt, um so richtig in Stimmung zu kommen. Auch der Weihnachtsbaum wird schon früh aufgestellt und mit Weihnachtskugeln, Lichterketten und Lametta zum Leuchten gebracht. Das Wichtigste ist aber die Krippe. Sie ist ein bedeutender Bestandteil der italienischen Tradition und deshalb findet man sie in fast jedem Haus. Mit der Krippe wird die Geburt von Jesus in einer Futterkrippe dargestellt. Man stellt kleine Figuren von Jesus, Maria und Josef auf. Oft sind auch ein Ochse, ein Esel und die Heiligen drei Könige zu sehen. In der Vorweihnachtszeit spielen einige Kinder auch das Geschehen der Geburt in Kirchen nach.

Die Weihnachtstage

Familie ist überall wichtig, nicht nur in Italien. Deshalb kommen alle Verwandten an Weihnachten zusammen und verbringen gemeinsam ihre Zeit. Viele Italiener gehen in der Nacht vom 24. Dezember zum 25. Dezember in die Kirche, um zusammen die Geburt von Jesus zu feiern. Dann singen alle zusammen und sprechen Gebete. Oft werden auch Spenden gesammelt. Das kann Geld sein, aber auch Kleidung und Spielsachen sind gefragt. Diese Spenden werden zum großen Teil an arme Menschen weitergegeben.
Auch in Italien warten die Kinder natürlich auf ihre Geschenke. Sie müssen aber noch etwas geduldiger sein als wir in Deutschland, denn die Bescherung gibt es erst am 25. Dezember. Gleich morgens dürfen dann alle ihre Geschenke auspacken.


Am Weihnachtstag kommt dann wieder die ganze Familie zusammen. Es gibt ein großes Festmahl mit vielen Gängen und leckerem Nachtisch. Wie zum Beispiel Panettone. Der Kuchen ist so ähnlich wie unser Christstollen. Er ist süß, weil ganz viele Rosinen und andere getrocknete Früchte drin sind. Gegessen wird dieser Kuchen als Nachtisch oder auch zum Frühstück. Meist wird so viel Essen gekocht, dass man noch lange nach Weihnachten etwas davon hat.

La Befana


Die ganze Dekoration und die weihnachtliche Stimmung bleibt noch bis zum 6. Januar erhalten, denn das ist der letzte Festtag. Dieser Tag heißt „La Befana“. Am Abend des 5. Januars hängen die Kinder Strümpfe an den Kamin oder stellen Schuhe hin, damit die Hexe La Befana (es heißt, dass Befana die Frau des Weihnachtsmanns ist) sie mit Gaben füllen kann. In der Nacht kommt sie durch den Schornstein in die Häuser und steckt den guten Kindern Süßigkeiten und Geschenke in die Strümpfe. Aber Achtung! Böse Kindern bekommen nur Kohle. Natürlich handelt es sich niemals um echte Kohle sondern um „carbone dolce“ (süße Kohle), eine schwarz gefärbte Zuckermasse, die wie Kohle aussieht.

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